Ellortnokznerg

Anfang Dezember fiel mir beim Umsteigen am Salzburger Bahnhof zum ersten Mal das Schild auf: Rot umrandet, etwas provisorisch aber doch um Professionalität bemüht stand es da, das neue Schild, das in deutscher und englischer Sprache auf die eben wieder neu eingeführte Grenzkontrolle am Salzburger Bahnhof hinwies. Dahinter deutsche Beamte, die Pässe von Reisenden in Richtung Deutschland kontrollierten und damit ihren Beitrag zum Ende der offenen Grenzen innerhalb der Europäischen Union leisteten. Der Arabisch Begriff darunter schien mir allerdings etwas seltsam. دود bedeutet so etwas wie Maden, Würmer. Was das folgendeح , das seltsamerweise nicht mit dem ل verbunden wurde, bedeuten könnte, war mir völlig unklar. Aber wer weiß, sooo gut ist mein Arabisch ja auch wieder nicht. Vielleicht bedeutet das ja irgendwas, was mir noch nie untergekommen ist. Erst als dem ل auch noch ein nicht mit diesem verbundenes أ folgte, wurde mir klar, was da geschehen ist.

Irgendein bemühter Beamter hatte offenbar versucht auf Arabisch Grenzkontrolle (مراقبة الحدود) hinzuschreiben. Irgendwo zwischen Layout und Schildermacher wurden aber wohl die Buchstaben miteinander vertauscht und statt von rechts nach links standen nun die Buchstaben alle von links nach rechts hier. Arabische Schrift in lateinischer Schreibrichtung gewissermaßen. Und da die Arabischkenntnisse hierzulande eher selten sind, ist das danach offenbar niemandem mehr aufgefallen.

IMAG4997

Damals, Anfang Dezember, dachte ich mir, dass die wohl ohnehin bald draufkommen würden und vielleicht hätte der eine oder andere Syrer damit ja auch seinen Spaß. Womit ich nicht gerechnet hätte ist, dass mir Mitte Jänner das genau gleiche Schild immer noch ins Auge springen würde. Diesmal erbarmte ich mich der dahinter stehenden deutschen Grenzbeamten und machte sie darauf aufmerksam, dass das Arabische auf ihrem Schild in die falsche Richtung geschrieben und damit unlesbar wäre. Der Beamte schaute verdutzt, fragte noch einmal nach, bedankte sich dann und meinte, dass er diese Information den „österreichischen Kollegen“, die das Schild gemacht hätten, weitergeben würde. Mal sehen ob bei meinem nächsten Besuch in Salzburg immer noch eine Ellortnokznerg stattfindet oder ob vielleicht doch wieder einmal Schild samt Kontrolle verschwindet.

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